9. Oktober 2012

Windsurfen im Eiswasser

Lieber Barney,

von all den Tagen, die ich hier in England verbracht habe, war der vergangene Sonntag der bisher tollste! Ich habe ausgiebig gefrühstückt, Mango, Erdbeeren, Joghurt und Zimt, und dann Tee getrunken und mich mental auf den anstrengenden Tag vorbereitet. Kein Makeup, nicht duschen, nichts mit den Haaren machen - denn für besagten Sonntag war der Plan: Windsurfen. Mit drei Kollegen bin ich um die Mittagszeit nach Poole zur Watersports Academy gefahren - eine Surfschule, mit der die Schule, an der ich arbeite, kooperiert - unsere Schüler bekommen hier regelmäßig Unterricht. Und da wollten wir natürlich auch mal!


Während beim Food Festival am Tag zuvor strahlender Sonnenschein und recht warmes Wetter war, waren es dann Sonntag leider nur 12 Grad. Es war stark bewölkt und wir hatten ziemlich viel Angst vorm kalten Wasser!


Wir haben erst ein paar Trockenübungen gemacht und auf einem Surfsimulator gelernt, wie man aufsteigt, das Segel hebt und lenkt. Dann durften wir in superheiße Neoprenanzüge steigen. Die waren noch nass vom Vormieter, und es war gar nicht so einfach, reinzukommen. Wir sahen eigentlich ziemlich cool aus, ich weiß nur nicht, warum ich auf dem einzigen Foto, dass meine Kollegin von mir gemacht hat, dumm gucken musste! Und woher die Speckrollen kommen, kann ich mir auch nicht erklären. Jedenfalls fühlt man sich in so einem Teil ziemlich unsterblich und vor allem: Sportlich! 


Der erste Schritt ins Wasser war EISIG, und ich war die Einzige, die sich ohne Turnschuhe getraut hat - ich wollte einfach nicht aussehen, wie ein blutiger Anfänger, der seine Laufschuhe zum Surfen trägt! Nach dem ersten Plumps vom Brett ist mir aufgefallen, dass der Anzug sich vollsaugt und dann sehr, sehr wärmt. Nach einer Stunde im Wasser hat es sich angefühlt wie in der Badewanne und kalt war es nur noch über der Oberfläche. Es war superanstrengend, und ich hasse Salzwasser sehr, aber es hat auf jeden Fall megaviel Spaß gemacht. Ich habe kurz überlegt, mir einen Anzug zu kaufen, damit ich einen Grund habe, regelmäßig surfen zu gehen. Die Academy hat rund ums Jahr geöffnet, und man kann sogar im tiefsten Winter surfen gehen, solange man einen anständigen Anzug trägt.


Es war, wie gesagt, nicht der schönste Tag zum Surfen, ein bisschen Sonne hätte sicher gut getan. Aber die anschließende Fish & Chips Mahlzeit und die heiße Badewanne danach waren auch toll! Ich werde auf jeden Fall wieder surfen gehen. Vielleicht nicht unbedingt in England. Spanien oder so stelle ich mir ein kleines bisschen angenehmer vor!


Es gab übrigens auch Anzüge für kleine Hunde, Barney. Nur für den Fall.

Kommentare:

  1. Die Schuhe sind von Paul Green :)

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  2. Waoh windsurfen hört sich ja spannend an ;) schön wie du geschrieben hast!

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