12. Juni 2013

MYA Part 2 - Was ist mein Job?


Ich bin hier an der Schule German Assistant. Wir haben eine Abteilung für Moderne Fremdsprachen, unterrichtet wird hier Französisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch. Französisch ist die beliebteste Fremdsprache in England, Spanisch die zweitbeliebteste und Deutsch die arme drittbeliebteste. Glück für mich, denn das bedeutet, ich habe weniger zu tun.

Die Deutschabteilung besteht aus meiner Chefin, drei weiteren Lehrern und mir. Ich habe einen winzigen Klassenraum (3qm) mit einem Whiteboard und drei Sesseln, und alle Schüler, die länger als zwei Jahre Deutsch lernen, kommen einzeln oder in Zweiergruppen in mein kleines Zimmerchen und müssen ein- bis zweimal die Woche eine Schulstunde lang Deutsch mit mir reden.

Das klingt sehr einfach, ist es aber nicht immer, denn Deutsch ist bekanntermaßen nicht die einfachste Sprache und viele Kinder sind sehr unsicher und schüchtern. Andere sind so quasselig, dass es schwierig ist, sie daran zu erinnern, dass sie sich auf Deutsch mit mir unterhalten sollen.

Ich darf auch ganze Klassen unterrichten, wenn ich möchte, und mich bei den anderen Lehrern mit in den Unterricht setzen - da ist unsere Abteilung ganz offen und ich habe das Angebot in allen Altersstufen ausgiebig genutzt.

Abgesehen von dem Language Assistant Job ist man hier am Internat noch als "Resident" eingeteilt. Ich wohne und esse kostenlos in der Schule, habe eine tolle große Wohnung und die Mensa hat vor zwei Jahren den Preis für die zweitbeste Schulküche Englands bekommen - ich kann mich also nicht beschweren. Im Gegenzug bin ich einem Mädchenhaus zugeteilt, in dem 63 Internatskinder schlafen. Ich muss mittags hin und wieder Aufsicht machen, Hausaufgabenbetreuung am Abend, und zwei Mal in der Woche muss ich 63 Mädels ins Bett bringen - Das ist der härteste Teil an meinem Job.

Ich muss Hockey und Tennis unterrichten, hin und wieder Aufsicht in der Mensa oder auf dem Gelände übernehmen, AGs leiten, und ansonsten hatte ich, wenn ich ehrlich bin, sogar recht viel Zeit für mich. Es ist ein Traumjob, und ich kann nicht fassen, dass ich obwohl ich hier kostenlos esse und schlafe trotzdem noch bezahlt werde!


Kommentare:

  1. Klingt echt nach einer wahnsinnig tollen Erfahrung! :)

    AntwortenLöschen
  2. Das ist ja der Hammer! Der erste Teil war auch super interessant, finde ich (vergessen zu kommentieren). Klingt aber schon nach viel Arbeit :) Wobei ich mir das in einem Internat spannend vorstelle, weil man die Leute etwas näher kennenlernt und lieb gewinnt und so. Hast du eigentlich auch BILDER gemacht? :) Ich bin einfach so ein visueller Mensch und brauche Augennahrung. Wäre vielleicht bebildert noch einmal schöner? :)
    Viele liebe Grüße
    Natalia

    AntwortenLöschen
  3. Ach Maria.. ich werde da so richtig richtig neidisch. Hab ich dir alles schon einmal gesagt, doch ich bin so ein Fan von deinem Job und neidisch auf dich. Ha. Ha.

    Je mehr du mir bzw. deiner Leserschaft von deinen Erfahrungen erzählst, desto neugieriger und wissbegieriger werde ich :)
    Sogar die Aufgabe, 63 Internatmädels, die Englisch sprechen, ins Bett zu bringen, stelle ich mir ziemlich lustig vor. Oder in anderen Unterrichten zu sitzen. :)

    Wideacre habe ich mir gestern aufs Kindle geladen und.. ich möchte jetzt zu lesen beginnen.

    Hab dich und England bereits in mein Herz geschlossen,
    Anna

    AntwortenLöschen
  4. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar zu meinem neuen Design! :)

    AntwortenLöschen