16. Juni 2013

MYA Part 3 - Mein Spracherwerb


Das Hauptziel meines Auslandsaufenthaltes war natürlich der Spracherwerb. Ich will als Englischlehrerin gutes Englisch sprechen, und deshalb habe ich mich dazu entschieden, statt den erforderlichen zwölf Wochen lieber ein ganzes Jahr nach England zu gehen (außerdem ist der Job toll, hihi).

Nun muss ich zugeben, dass ich aufgrund der Jahre in Nigeria schon so gut wie fließend in Englisch war, bevor ich hierher gekommen bin. Eine Auffrischung war aber dringend nötig, denn während Abi und Uni spricht man trotz Englisch LK und jeder Menge Englischkursen irgendwie kaum.

Es hat etwa zwei Wochen gedauert, bis ich mich wohl gefühlt habe, mit Engländern Englisch zu sprechen. Am Anfang war es mir etwas unangenehm, Fehler zu machen. Innerhalb weniger Wochen hatte ich gar keine Probleme mehr, wurde kaum noch korrigiert, und wenn, dann habe ich die Verbesserungen immer freudig entgegen genommen - man lernt nie aus!

Während meiner Zeit hier war ich drei Mal zu Besuch in Deutschland, und jedes Mal ist es mir passiert, dass ich Englisch mit Deutschen Freunden oder meinen Eltern geredet habe, ohne es zu merken - viele Sachbücher beschreiben dieses Phänomen als den Punkt, an dem man die Sprache fließend beherrscht. Wenn man einfach spricht, nicht mehr darüber nachdenkt, welche Sprache man jetzt wählt, nichts mehr im Kopf übersetzt, sondern alles direkt so aufnimmt, wie es kommt.

Natürlich passiert es mir, dass mir ein Wort mal nicht einfällt oder ich ein Wort nicht kenne. Aber das passiert mir im Deutschen genau so. Oft finde ich Dinge einfacher, auf Englisch auszudrücken, weil Englisch eine sehr viel weniger komplexe Sprache ist, mit sehr viel einfacherem Wortschatz und praktischeren Konstruktionen. Es passiert mir sehr oft, dass mir Deutsche Wörter nicht einfallen oder ich ein Englisches Wort für etwas viel treffender finde als das Deutsche.

Engländer sagen mir, sie hören kaum Deutschen Akzent raus, wenn ich mit ihnen rede, und ich fühle mich pudelwohl und selbstsicher in meiner Sprache (außer ich muss zur Schulleiterin ... dann stottere ich hilflos vor mich hin.) Was den Spracherwerb angeht, hat sich mein Auslandsjahr also auf jeden Fall absolut gelohnt. Vor allem weil ich denke, wäre ich zum Beispiel mit einer Organisation wie Erasmus nach England gegangen, wo ich viele Deutsche um mich gehabt hätte, dann hätte ich nicht halb so viel gelernt. Gezwungen zu sein, sich auf Englisch zu unterhalten, war unglaublich hilfreich.

1 Kommentar:

  1. Was hast du denn in Nigeria gemacht? Das lese ich ja gerade zum ersten Mal.

    Ich denke auch, dass man kaum bessere Umstände hätte haben können, um Englisch zu lernen. Relativ abgeschieden unter Engländern ohne das Rumgestottere anderer ERASMUS-Studenten. Und dann auch noch in diesem romantischen Örtchen... herrlich.

    LG, Sophie

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