26. Juni 2013

MYA Part 5 - Was nehme ich Positives und Negatives mit nach Hause?


Ich kann nicht glauben, dass ich gerade schon den letzten Teil meines Rückblicks auf mein Auslandsjahr schreibe - das bedeutet nämlich wirklich, dass meine Zeit hier langsam knapp wird!

Vor einem Jahr stand ich in den Startlöchern für ein Jahr an einem Eliteinternat. An einer der besten und teuersten Schulen der Welt. Da ist man schon etwas nervös, wenn man weiß, man ist bald mit einer Menge hochbegabter Teenager und steinreicher Erben in einem alten Herrenhaus unterwegs und muss so tun, als sei man viel schlauer als sie ... hört sich aber, wenn ich auf mein Jahr hier zurück blicke, beängstigender an, als es dann tatsächlich ist.


War es eine gute Entscheidung, ein ganzes Jahr ins Ausland zu gehen und an eine so spezielle Form von Schule?

Negatives

  • Mein Studium hat sich um zwei Semester verzögert, das heißt, meine Freunde an der Uni sind jetzt alle viel weiter als ich
  • Ich habe fast ausschließlich hochintelligente Kinder unterrichtet, also kaum Erfahrungen mit Lernschwächen sammeln können
  • Ein ganzes Jahr ohne Barney (Kaninchen werden nur 6-7 Jahre alt. Da, finde ich, ist ein Jahr ganz schön viel!)
  • Ich musste meinen Job in Deutschland aufgeben
  • Heimweh war mein treuer Begleiter
  • Meine Langzeitbeziehung hat das Auslandsjahr nicht überlebt (das kann man natürlich auch positiv sehen, haha)
  • Ich werde nie wieder an einer so tollen Schule unterrichten dürfen, also zukünftig von allen meinen Jobs schwer enttäuscht sein


Positives

  • Ich bin selbstständiger geworden
  • Mein Englisch ist jetzt endgültig fließend
  • Ich fühle mich sicher vor einer Klasse von Schülern
  • Ich bin selbstbewusster geworden
  • Ich habe Freunde von überall auf der Welt gefunden und kann in den nächsten Jahren recht günstig reisen
  • Das Jahr hier peppt meinen Lebenslauf gewaltig auf
  • Ich bin (hoffentlich) motivierter, was für die Uni zu tun
  • Ich weiß Zuhause mehr zu schätzen
  • Meine Eltern wissen jetzt, dass ich auch alleine was gebacken bekomme
und vor allem:
  • ICH weiß jetzt, dass ich auch alleine was gebacken bekomme! Ich war ganz alleine so mutig, mich für eine Stelle zu bewerben, für die ich eigentlich keine Chance gehabt habe, bin ganz alleine in ein Flugzeug gestiegen um mir die Schule hier anzuschauen, ich bin ganz alleine zurück gekommen mit einem unterschriebenen Vertrag in der Tasche - ich habe ganz alleine gepackt, ganz alleine den Umzug über die Bühne gebracht, mich hier ganz alleine ein Jahr auf Englisch durchgeschlagen, mich wohl gefühlt und entwickelt ... und ich bin verdammt stolz drauf. Also: Es war definitiv eine gute Entscheidung und eine absolut einmalige Chance, die nicht jedem zuteil wird.
Meine letzten zwei Wochen brechen heute an, und ich werde sie genießen als würde ich England nie mehr betreten dürfen!


Kommentare:

  1. ich finde, die positiven sachen überwiegen eindeutig! genieße deine letzten tage in england :))
    lg
    bina

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  2. Ein sehr toller Eintrag! :) ich hab's auch nie bereut, als ich ein halbes Jahr ganz alleine nach Neuseeland geflogen bin. Meistens überwiegen die Pro-Argumente eines Auslandsaufenthaltes doch.
    Klingt nach einem tollen Jahr! Höhen und Tiefen erlebt man überall.

    liebe Grüße,
    Petra

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  3. Die Vor-und Nachteile sind sehr nachvollziehbar und ich denke, dass du bei soo tollen Vorteilen auch relativ gut über die Nachteile hinweg blicken kannst :)

    Ich bin leider ein sehr unzufriedener Mensch, das war ich schon immer und hätte ich keine hohe Stirn würde ich etwas anderes finden, was ich an mir hasse, das ist nunmal leider so...

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  4. Gänsehaut!

    Nach der Liste zu urteilen: Definitv eine gute Entscheidung gewesen - chapeau!

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  5. Ich dachte irgendwie die Kids da sind nur steinreich aber nicht auch noch smart. Reich und klug, wie unfair :)

    Schön, dass du so ausführlich über deine Erfahrungen berichtet hast. Fand's sau interessant zu lesen.

    LG, Sophie

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  6. Hallo Maria,

    alle Texte, sofern sie nicht anders gekennzeichnet sind, kommen aus meiner Feder!
    Meinen Respekt, dass du es so durchgezogen hast. Aufgrund von Heimweh würde ich es keine Woche ohne meine Liebsten aushalten.

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA

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  7. ich finde es toll, dass du diese erfahrung gemacht hast! macht sich super im lebenslauf und ist immer ein gutes gesprächsthema ;) darüber will wirklich jeder näheres erfahren, glaube ich! echt spannend!! xo j.

    http://stereotypicallyme-julie.blogspot.co.at

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