11. Dezember 2013

Reading Lately


Ich vernachlässige diesen Blog hier so sehr im Moment und es tut mir in der Seele weh, weil ich so schön fleißig war, bevor dieses doofe Semester los ging. Man, man. Aber als ich neulich mal ein paar Bücher wegsortiert habe, dachte ich mir, ich fotografiere sie vorher schnell und erzähle euch von ihnen, denn wer hört nicht gerne die Meinung anderer Leute zu Büchern, und ich denke, in diesem Fall ist ein bisschen was dabei, von dem ihr vielleicht noch nicht gehört habt, was aber auf jeden Fall sehr lesenswert ist!


"A Mercy" - oder auf Deutsch "Gnade" ist der aktuellste Roman von Nobelpreisträgerin 1993, Toni Morrison. Ich weiß gar nicht, warum ich vorher noch nie von ihr gehört habe und muss sagen, dass ich mich ein wenig dafür geschämt habe. Toni Morrison ist eine afroamerikanische Autorin aus Amerika, die sich in ihren Romanen häufig mit Sklaverei auseinandersetzt. Ich musste dieses Buch für einen American Literature Kurs lesen und war absolut begeistert. Es ist recht dünn, aber es steckt so unglaublich viel darin. Im Prinzip handelt der Roman von einer Gruppe von Waisen, die auf unterschiedlichste Umstände als Sklaven auf einer Farm eines Bauern landen, der gegen Sklaverei ist und versucht, ihnen das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten, gleichzeitig aber trotzdem irgendwo ihr Besitzer bleibt. Es ist spannend und tiefgründig, und an einem kalten Sonntag angenehm in einem Rutsch zu lesen.


Auch "Freedom" von Jonathan Franzen gehört zu den Büchern, die ich ihm Rahmen dieses jenen Seminares lesen musste durfte. Ein Roman, indem verschiedene Familienmitglieder verschiedener Generationen zu Wort kommen und davon berichten, warum eine ursprüngliche Vorzeigefamilie in einem kleinen Städtchen so zerfallen konnte. Unglaublich spannend und anders geschrieben, leicht zu verstehen und doch sehr tiefgründig. Man liebt die Charaktere vom ersten Moment an obgar man weiß, dass sie nicht perfekt sind. 


Nach Sarah Winman's erstem Roman "When God was a Rabbit" habe ich neulich in einer schlaflosen Nacht gegriffen. Ich erinnerte mich daran, dass ich am Ende furchtbar geweint habe, und dachte "och, lies nochmal rein" ... und es war wieder wundervoll. Ich kann nicht genau berichten, worum es geht, aber die Protagonistin ist am Anfang noch ein kleines Mädchen und tauft ihr Kaninchen "Gott" ... im Verlauf des Romans wird sie erwachsen, und wir dürfen sie dabei begleiten. Es handelt sich keinesfalls um ein Frauenbuch - dazu sind Themen wie Kindesmissbrauch und 9/11 zu zentral.
Warum ich das Buch gekauft habe, ist wohl offensichtlich. Der Titel und das schöne Glitzercover haben mich umgehauen. Ich bereue bis heute, dass ich Barney nicht "Gott" genannt habe. "When God was a Rabbit" ist so liebevoll und ehrlich geschrieben, und anders, und neu. Nicht jedes Buch macht beim zweiten Mal lesen noch genau so viel Spaß.


Oh, ja. Jojo Moyes. Ich muss ganz ehrlich sein, ich stecke sie in eine Kiste mit Cecilia Ahern, Sophie Kinsella, Nicolas Sparks und all den anderen Liebesschnülzen-Autoren. Angenehm und schnell zu lesen, hin und wieder etwas träge, oft zu Tränen rührend ... aber irgendwo dann doch leider zu selten etwas besonderes. In "Sheltering Rain" geht es um eine Liebesgeschichte, die in einer englischen Kolonie in Indien begann und im wunderschönen Irland ihr Ende nimmt. Mehrere Protagonisten aus verschiedenen Generationen berichten von einem komplizierten  Familienverhältnis und am Ende müssen wir natürlich alle ganz furchtbar weinen ... obwohl wir von der Sprache nicht beeindruckt sind und irgendwie sowieso von Anfang an wussten, wie es ausgeht. Wer mal eine Pause von tiefgründigerer Literatur braucht, ist hiermit wie immer gut bedient.


Oh, Oscar. Oh, Junot Díaz. Oh, wundervoll. Wahnsinnig gewundene Sprache, eine Geschichte, in der die Geschichte der Dominikanischen Republik so wundervoll verpackt ist - Magie, bei der man nicht weiß, ob sie echt oder eingebildet ist. Mitreißend, spannend, atemberaubend. Man liebt Oscar und seine Familie von der ersten Seite an, man verliebt sich in die Dominikanische Kultur und man lernt so schrecklich viel über die Geschichte einer Republik, von der man so sehr wenig weiß. Also ich wusste vorher zumindest nicht besonders viel. "The Brief Wonderous Life of Oscar Wao" ist nicht nur unglaublich spannend und informativ - man hinterfragt ganz automatisch alles, was erzählt wird, und man lacht auf jeder zweiten Seite über Junots wundervollen, wundervollen Humor. Ich habe gehört, dass man den Roman noch sehr viel besser findet, wenn man weiß, worum es in "Der Herr der Ringe" geht - leider weiß ich das nicht, denn man kann ja nicht alles auf der Welt gelesen haben. Aber ich fand den lieben Oscar auch so gut und kann ihn jedem nur wärmstens ans Herz legen - er hat immerhin einen Pulitzer Preis gewonnen.

Was habt ihr in letzter Zeit so gelesen?

Kommentare:

  1. "Als Gott ein Kaninchen war" habe ich letztes Jahr auch gelesen und war ebenfalls begeistert davon.
    Eine schöne Liste ♥
    Liebe Grüße :)
    Nora

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  2. Klingt echt super danke für die Buchtipps :)
    Vorallem der Titel "Als Gott ein Kaninchen war" spricht mich sehr an ich werde es bald mal lesen!
    Lg

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  3. Ich mag solche Bücher-Posts - ganz viel Leseinspiration :)
    Zuletzt habe ich "Gefühlte Nähe" von Harald Martenstein gelesen. War aber etwas enttäuscht, ich mag seine Kolumne im Zeitmagazin sehr gerne und das Buch war dann doch ganz anders.
    Im Moment lese ich "Unsichtbar" von Paul Auster, gefällt mir gut, bald bin ich durch, ich hoffe, danach gefällt es mir auch noch ;)

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