12. April 2014

Overthinking


Ich bin jemand, der sich grundsätzlich viel zu viele Gedanken gemacht. Über jede Kleinigkeit, über alles und jeden. Dahergesagtes kann mir tagelang schlechte Laune bereiten und aus Nichtigkeiten könnte ich Dramen schreiben. Wenn ich dann ruhige Minuten habe merke ich, wie häufig ich so sehr überreagiere. Ich versuche, ruhig zu bleiben und nehme mir vor, in Zukunft anders zu reagieren. Nicht so viel Wert auf die Meinung anderer zu legen. Generell selbst der Fokus meines Lebens zu sein und mich nicht so sehr von anderen lenken zu lassen. Und dann sagt oder tut jemand oder gar ich selbst etwas, und es geht von vorne los. Circa 50 Prozent meiner Freunde sind in solchen Fällen einer Meinung mit mir, sagen "das würde ich auch so empfinden," oder "du siehst das zwar etwas zu schwer, aber ich kann dich verstehen" ... die anderen 50 Prozent seufzen genervt und fragen, ob ich eigentlich sonst keine Sorgen hätte und ob ich mit Absicht versuche, unglücklich zu sein. Ich würde mir gerne sehr viel weniger Gedanken machen. Abends meinen Kopf ausschalten können ... aber das wollte ich schon als kleines Kind. Langsam gebe ich die Hoffnung auf.

Kommentare:

  1. Ich habe exakt dasselbe Problem. Das beschränkt sich bei mir nicht auf Dinge, die andere zu mir/über mich sagen und über die ich mir dann den Kopf zerbreche, sondern ich mache mir wirklich über alles zu viel Gedanken, und das schon immer. Wie oft liege ich nachts im Bett mit einem riesigen Gedankenkarussell, das mich von einem Thema zum nächsten bringt.. Fängt dann meistens bei "Kleinigkeiten" an und endet bei lähmenden Zukunftsängsten. Ich würde auch so gern einfach den Moment leben können, so wie andere im Umfeld es auch tun, aber das funktioniert meistens nicht, weil ich ständig den Drang habe alles zu analysieren. Wünsche mir auch so sehr, das irgendwann mal abschalten zu können und versuche auch, an mir zu arbeiten, aber bislang ohne Erfolg.

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  2. Du Liebe, ich kann deine Gedanken so so verstehen und kann dir sagen, dass ich ganz genau so bin und empfinde, es ist manchmal alles gar nicht so einfach. Zu viele Gedanken sind aber immerhin besser als zu wenige, das ist wirklich so. Jedenfalls versuche ich mir so den Alltag zu erleichtern. Irgendwie ist es besser, sich zu viele Gedanken zu machen und dann vielleicht sogar erleichtert zu sein, weil etwas besser wird, als man denkt oder man sich "mal wieder zu viele Gedanken" um verschiedene Dinge gemacht zu haben, als kopflos durch die Welt zu rennen und irgendwelche Entscheidungen zu treffen, Dinge nicht zu nah an sich heranzulassen und einfach eine Egal-Haltung zu allem zu haben. Ich kann manche Tage nicht aufhören mir Gedanken zu machen und verlaufe mich in meinen doofen Gedanken. Aber ich glaube, solange man damit nicht allein ist , wird alles gut <3

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  3. Hallo
    Solche Gedankenkreise sind wirklich schlimm und auch schwer zu unterbrechen. Ich denke, dass jeder solche Phasen, Zeiten oder auch Jahre kennt in denen so etwas an der Tagesordnung ist.
    Leider blockieren sie ganz schön und die Psychotante in mir (werde ich jemals aufhören mein Studium bei so etwas sofort anspringen zu lassen- furchtbar) sagt dass man dagegen etwas machen sollte.
    Der einfachste Trick, so blöd es klingt und man sich am Anfang auch dabei vorkommt, ist tatsächlich genaue Selbstbeobachtung nach dem Motto: Ich merke gerade dass meine Gedanken sich im Kreis drehen und ich immer wieder diesen einen negativen Punkt im Kopf hin und her wälze. Also die Schleife quasi erkennen.
    Sobald man so etwas gerade in dem Moment erkannt hat, dass es "nur" eine Gedankenschleife ist, die immer wieder kommt. Kann man auch ein bisschen etwas dagegen machen. Zum Beispiel aufstehen und sich sagen "Es reicht jetzt" und dann etwas anderes machen. Vielleicht auch anerkennen, dass es einem gerade nicht so gut geht und das es völlig okay ist mal einen solchen Moment zu erleben, man sich dem aber nicht komplett ergeben muss. Das klingt gerade alles sehr pseudowissenschaftlich und besserwisserisch, hat mir persönlich (ACHTUNG PERSÖNLICH keine allgemeines Rezept) schon häufig geholfen. Sich einfach bewusst zu machen: Ich denke hier gerade über das und das nach, dabei könnte ich auch einfach was anderes machen, zum Beispiel über etwas anderes nachdenken. Das erfordert wirklich Kraft, denn diese Gedankenschleifen sind ja jahrelang trainiert und dein Gehirn kann besonders die Sachen gut, die es sehr häufig macht. (Merkt man ja am alltäglichen: Mein Gehirn kann sehr gut tollpatschig sein, hat es jahrelang trainiert). Aber wenn man so etwas übt (blödes Wort) kann man auch umlernen ;-)
    Ich mag ja die 9 Kerngesetze der Gestalttherapie von Naranjo dazu:
    Lebe jetzt. Kümmere dich um die Gegenwart, statt um die Vergangenheit und die Zukunft.
    Lebe hier. Beschäftige dich mit dem Anwesenden statt mit dem Abwesenden.
    Höre auf, dir etwas vorzustellen. Erfahre die Realität.
    Höre auf, unnötig zu denken. Besser: Probier und schau.
    Drücke dich lieber aus, anstatt zu manipulieren, zu erklären, zu rechtfertigen und zu urteilen.
    Lasse dich auf Unerfreuliches und Schmerz ebenso ein wie auf Freude.
    Akzeptiere keine "sollte" oder "müsste" außer deinen eigenen.
    Übernimm die volle Verantwortung für deine Handlungen, Gefühle, Gedanken.
    Akzeptiere dich (und die anderen), wie du jetzt bist (wie sie jetzt sind).

    Okay, ich weiß nicht ob das blöd von mir war das zu schreiben. Ich habe wie gesagt gar keine Garantie dafür ob es hilft/richtig ist oder einfach nur besserwiserisches Gelaber...
    Aber irgendwie brannte mir das gerade in den Fingern
    Ganz liebe Grüße
    Lotte, die es auch okay findet wenn du den Kommentar einfach löschst

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  4. ohweh, solche Tage kenne ich, das ist total anstrengend. da hasse ich mich manchmal selber für :D

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